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Aufruf zur Kundgebung anlässlich des Massakers in Norwegen

Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!

Der Name Anders Behring Breivik dürfte momentan auch jedem hierzulande ein Begriff sein.
Der Neo-Nazi aus Norwegen tötete vergangenen Freitag knapp 100 Menschen, die meisten davon auf einer Insel, auf der das Zeltlager der sozialdemokratischen Arbeiterjugend stattfand.  Sein Motiv: Islam- und Fremdenhass und Angst, dass die „zivilisierte europäische Identität“ zerstört werde.
Noch ehe Breivik seinen Anlass – Vertreibung der Muslime und KommunistInnen aus Europa – bestätigen konnte, verbreiteten die Medien sofort nach Bekanntwerden des Blutbades jedoch, dass es sich um einen Anschlag islamistischer Terroristen handle. Das hätte wohl auch besser in das Bild der europäischen Politik gepasst…
Bevor ein blonder, blauäugiger Norweger 92 Menschen kaltblütig ermorden konnte, wurde Norwegen stets als eine vorbildliche, sichere und offene Nation angesehen. „Wie aus dem Nichts“ schockte „ein verirrter Einzeltäter“ die Welt. Doch verkörpert der „Wikinger“ Breivik nicht genau das im sicheren Hinterland, was die mächtigsten, die imperialistischen Staaten Tag für Tag in anderen Ländern an verschiedenen Fronten tun? Denn auch Norwegen ist mit 500 Soldaten in Afghanistan-Krieg im Einsatz und verteidigt die „Zivilisation in Europa“ gegen die Islamisten.
Die Tat Breiviks kann nicht als eine psychotische Krankheit gerechtfertigt werden. Er handelte entschlossen, war darauf vorbereitet und hatte ideologische Unterstützung einer Partei in Norwegen, die gegen Islam und Linke wetterte. Denn dort war er Mitglied.
Es ist kein Zufall, dass sich die imperialistische Politik Europas gleichzeitig in der Gesellschaft wiederspiegelt und auch faschistische Formen annehmen kann. Denn die extrem rechte Politik steht auch in Österreich den arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Forderungen der Mehrheit der
hier Lebenden (egal ob migrantischeR oder österreichischeR ArbeiterIn) entgegen. Diese Politik versucht uns über ihre bunten Blätter von Krone, Heute, Österreich, etc. unter dem Deckmantel von Nationalismus, Fremdenhass und Islamphobie zu spalten und zu schwächen.
Wir brauchen auch nicht bis nach Norwegen blicken, um zu bemerken, dass diese verbale Hetze schnell in brutale Realität umschlägt. Denn vor wenigen Tagen wurden in Wels linke Jugendliche von Nazis angegriffen und schwer verletzt. Letztes Jahr wurde in Floridsdorf ein Studentenheim mit Großteils migrantischen BewohnerInnen attackiert. Und dies sind nur wenige Beispiele für den extrem rechten Nährboden, der auch in Österreich fruchtbar ist. Dazu passt, dass anstatt jene TäterInnen ausfindig zu machen, das österreichische Fremdenrechtspaket fürviele MigrantInnen weiter verschärft wird.
Wir müssen uns jedoch klar darüber sein, dass diese rassistische Politik dem kapitalistischen System immanent ist. Es versucht seine Krisenlast auf uns ArbeiterInnen und die Volksmassen abzuwälzen und die sozialen Errungenschaften der Arbeiterbewegung mit rassistischer Politik abzubauen. Denn es wird behauptet, dass die jetzige Krise von den von „außen“ kommenden
MigrantInnen.
Wir als Rote Antifa werden bemüht sein gegen die uns begegnende Hasspolitik anzukämpfen.
Die Rechnung der kapitalistischen Krise werden nicht die migrantischen und auch nicht österreichischen ArbeiterInnen bezahlen! Wir lassen uns nicht spalten!
Gegen faschistische Tendenzen in Oslo, Wien oder sonst wo! Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Zeit: Freitag, 29. Juli · 16:00 – 19:00
Ort: Quellenstraße/Favoritenstrasse
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